Posted by on 08. September 2021 in Allgemein |

Am 1. September 2021 fand die sechste NPO Finanzkonferenz zum Thema Arbeitswelt der Zukunft an der Hochschule Luzern in Rotkreuz statt. Trotz der noch immer erschwerten Umstände konnte die Konferenz unter Einhaltung der geltenden Schutzmassnahmen erfolgreich durchgeführt werden. Das vielfältige Programm behandelte die zukünftigen Anforderungen an die Führungskräfte sowie die Veränderung der Arbeitswelt, welche durch die Corona-Pandemie nochmals beschleunigt wurde. Spannende Referate und engagierte ERFA Sessions zeugten von einem gelungenen Anlass.

Eröffnet wurde die Konferenz von Pius Bernet, dem Präsidenten des NPO Finanzforums. Als Keynote-Speaker trat Prof. Dr. Gudrun Sander, Direktorin Kompetenzzentrum Diversity & Inclusion, Universität St. Gallen auf. Sie referierte über die zukünftigen Anforderungen an die Führungskräfte im Finanzbereich. Dabei erwähnte Sie, dass die Globalisierung, die Digitalisierung und der demographische Wandel Herausforderungen für die zukünftigen Führungskräfte darstellen, da neue Rahmenbedingungen und Anforderungen herrschen. Einfluss haben diese Trends speziell auf die Flexibilisierung der Arbeitsmodelle und die Diversität der Mitarbeitenden. Die Flexibilisierung der Arbeitsmodelle führt von einer Präsenzkultur zu einer ergebnisorientierten Kultur. Die Herausforderungen welche dadurch aufkommen betrifft das mangelnde Zugehörigkeitsgefühl von Mitarbeitenden im Home-Office. Fazit, die Führung wird in Zukunft noch anspruchsvoller, der Zeitaufwand nimmt zu und eine höhere Awareness bezüglich Diversität ist notwendig. Im Anschluss folgte unter der Moderation von Dr. Erich Wigger, Leiter Finanzen & Dienste, Helvetas eine Fragerunde. Die Teilnehmer nutzten die Gelegenheit und forderten Prof. Dr. Gudrun Sander mit spannenden Fragen heraus.

Nach einer ausgiebigen Networking-Pause wechselten die Teilnehmer in eine der drei ERFA-Sessions.

Die Gruppe ERFA 1 beschäftigte sich im Referat von Chantal Calame, B Lab Schweiz und im anschliessenden Austausch mit dem Thema des Swiss Triple Impact Programms. Das von B Lab Schweiz initiierte Programm unterstützt Unternehmen dabei, ihre Beiträge zu den Zielen der 17 UN Sustainable Development Goals (SGD) in Hinblick auf die Agenda 2030 zu messen. Mittels 3 Workshops, Coaching und gegenseitigem Challengen von Unternehmen im Peer-to-Peer Lernen entwickeln Unternehmen ihren Aktionsplan und messen sich im STI-Benchmark. Während die Optimierung der SDG Ziele für gewinnorientierte Unternehmen naheliegender ist, wurde mit der Moderation von Marco Baumann, BDO im ERFA diskutiert, welchen Impact dieses Programm für NPO bietet. NPO verfolgen ein Sach-, kein Gewinnziel, messen ihre Wirkung und haben einzelne SDG bereits als Organisationszweck (bspw. Bildung, Armutsbekämpfung, etc.). Allerdings, so die Erkenntnis, kann durchaus Potential in anderen der 17 SDG, bspw. Gender Equality, identifiziert werden. Auch ist damit zu rechnen, dass im Bereich der ökologischen Nachhaltigkeit (bspw. Organisationen mit Liegenschaften) in der Zukunft Teil des Leistungsauftrages sein wird, sich zu rechtfertigen. Auch kann ein NPO durch das Netzwerk von Swiss Triple Impact ein gewinnorientiertes Unternehmen dabei zu unterstützen, ihre SDG Ziele besser zu erreichen.

Die Gruppe ERFA 2 befasste sich mit dem Einfluss der Veränderung der Arbeitswelt auf die Organisation und wie sich eine Organisation an die neue Realität anpassen muss. Sibylle Heunert Doulfakar und Edoardo Ghidelli, Organisationsberater bei réseau syllogos, gingen in ihrem Referat auf diese Thematik ein. Die Corona-Pandemie ist ein sogenannter Paradigmenwechsel und hat einen bereits länger anhaltenden Effekt zusätzlich verstärkt. Ein Zurück in die Vorkrisen-Arbeitswelt ist nicht mehr möglich. Das Home-Office wird die Krise überstehen. Jedoch hat sich gezeigt, dass die aktuellen Home-Office-Lösungen weit davon entfernt sind, optimal ausgearbeitet zu sein. Die Teamstruktur sind nicht gut auf die Online-Zusammenarbeit ausgelegt . Der Teamgedanke hat sich im Home Office verschlechtert und die technische Ausrüstung ist noch nicht weit genug entwickelt. Für die Ausgestaltung der Home-Office Arbeit müssen drei grundlegende Bereiche beachtet werden; die Tätigkeiten und das Profil des betreffenden Mitarbeitenden, die Teamzusammenarbeit und die Unternehmenszugehörigkeit. Die Mitarbeitenden befinden sind an verschiedenen Etappen im Leben. Während ein(e) kinderlose Mitarbeiter*in mit optimaler technischer Ausrüstung sehr gut von zuhause arbeiten kann, trifft ein(e) Mitarbeiter*in mit Familie möglicherweise auf nicht nur ideale Voraussetzungen für die Arbeit zu Hause. Daher ist es wichtig, regelmässig zu überprüfen, ob die aktuellen Lösungen für jedes Individuum optimal sind. In der anschliessenden von Alexander Hulfeld, Geschäftsführer Data Dynamic AG moderierten Diskussionsrunde wurde speziell die Unternehmenskultur und inwiefern sich diese nun in unterschiedlichen Unternehmen verändern muss thematisiert.

Die Gruppe ERFA 3 setzte sich mit dem Thema der digitalen Transformation und der Arbeitswelt 4.0 auseinander. Prof. Dr. Marc Peter, Leiter Kompetenzzentrum Digitale Transformation und Dozent Digital Business, Fachhochschule Nordwestschweiz erklärte, dass sich die digitale Transformation mit der ganzheitlichen Überholung des Unternehmens beschäftigt. Nicht nur um die Automatisierung der Arbeitsprozesse, wie bei der Digitalisierung. Die Arbeitswelt 4.0 bringt viele Fragen auf. Beispielsweise ob unsere Stelle noch benötigt wird oder auch ob nach Corona noch eine Notwendigkeit besteht die Arbeit im Büro zu entrichten. Insgesamt sagen nur 8% der Schweizer Unternehmen, dass sie in diesen Themen fortgeschritten sind. Barrieren sind in vielen Fällen das fehlende Know-How und die beschränkte Zeit . Risiken sind die Angst vor Überwachung der Mitarbeiter, wie auch die Abhängigkeit von IT und Internet. Geraten wird vor allem dazu, die Mitarbeiter in diesen Veränderungsprozess mit einzubeziehen. Nach dem Motto ‘blended working’ soll man sich ebenfalls fragen, welche Formate für flexibles Arbeiten vorhanden sind. Zuletzt führte das Referat noch zu einer Diskussion über die sogenannten Blocker dieser Transformation (oft das mittlere Management), welche von Roman Bernold, Vizedirektor, Balmer-Etienne AG geleitet wurde. So kommt das Argument auf, dass man bei hoher Erfahrung dieser Mitarbeiter gut über einen Blocker reden kann. Jedoch wünscht sich der Prof. Dr. Marc Peter auch mehr Mut in der Schweiz diese Transformations-Verhinderer rauszustellen.

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Zurück im Plenum wurden die Erkenntnisse aus den ERFA-Sessions zusammengefasst und unter der Leitung von Dr. Michael Zurkinden, B’VM diskutiert. Der Vorstand und die Geschäftsleitung des NPO Finanzforums dankt allen Referenten, Moderatorinnen und Moderatoren herzlich für ihr Engagement. Ein weiterer Dank gilt den Gönnern, die zur Realisierung der Konferenz wesentlich beitragen. Schliesslich auch einen Dank an die Teilnehmenden, die zur Kultur des offenen Austauschs beigetragen haben.

Keynote Speaker

Prof. Dr. Gudrun Sander

Direktorin Kompetenzzentrum Diversity & Inclusion, Universität St. Gallen

 

Referentinnen und Referenten ERFA-Sessions

  • Chantal Calame, STI Engagement Lead, Swiss Triple Impact
  • Edoardo Ghidelli, réseau syllogos, Organisationsberater
  • Sibylle Heunert Doulfakar, réseau syllogos, Organisationsberaterin
  • Prof. Dr. Marc K. Peter, Leiter Kompetenzzentrum Digitale Transformation und Dozent Digital Business, FHNW

Programm (Konferenzflyer)

13:00Eintreffen und Empfang, Networking-Kaffee
13:30Begrüssung und Vorstellung des NPO Finanzforums
Pius Bernet, Präsident NPO Finanzforum
13:35Keynote Referat: Zukünftige Anforderungen an die Führungskräfte im Finanzbereich mit anschliessender Fragerunde
Prof. Dr. Gudrun Sander, Direktorin Kompetenzzentrum Diversity & Inclusion, Universität St. Gallen
Moderation: Dr. Erich Wigger, Leiter Finanzen & Dienste, Helvetas
14:15Networking-Pause
15:00ERFA-Sessions zum Thema „Die Führungsaufgabe im Wandel“
Forumsveranstaltungen zur Auswahl

ERFA 1 - Swiss Triple Impact Programm: Zukunftsfähig dank systematischer Ausrichtung auf die UN Sustainable Development Goals
Referentin: Chantal Calame, STI Engagement Lead, Swiss Triple Impact
Moderator: Marco Baumann, Projektleiter NPO Zentralschweiz, BDO

ERFA 2 - Online zusammenarbeiten, eine ganzheitliche Betrachtung
Referentin: Sibylle Heunert Doulfakar, réseau syllogos, Organisationsberaterin
Referent: Edoardo Ghidelli, réseau syllogos, Organisationsberater
Moderator: Alexander Hulfeld, Geschäftsleitung, Data Dynamic
Weitere Informationen zur ERFA-Session finden sie unter folgenden Blogbeitrag

ERFA 3 - Die Digitale Transformation und Arbeitswelt 4.0. Handlungsfelder, Praxisbeispiele und Vorgehensmodell
Referent: Prof. Dr. Marc K. Peter, Leiter Kompetenzzentrum Digitale Transformation und Dozent Digital Business, Fachhochschule Nordwestschweiz
Moderator: Roman Bernold, Vizedirektor, Balmer-Etienne AG
Weitere Informationen zur ERFA-Session finden sie unter folgenden Blogbeitrag
16:15Transfer-Pause
16:30Learnings aus den ERFA-Sessions mit den Referenten*innen
Moderator: Dr. Michael Zurkinden, B’VM
17:00Networking-Apéro

Herzlichen Dank an unsere Gönner!

Mehr Informationen zu Gönner und Partner siehe unter Partner.